Stimmen im Kopf

ohne verrückt zu sein

Würde ich mit innerer Überzeugung erzählen, ich höre Stimmen, wäre die Antwort wahrscheinlich: Du bist verrückt!

Sind Gedanken nicht auch sowas wie Stimmen im Kopf? Stimmen, die ich selbst erzeuge. Mir kommt es so vor. Stimmen, die mir Botschaften senden – manchmal ganz unterschiedliche und dann komme ich selbst zu dem Schluss, ich werde noch verrückt damit – Gedankenstimmen.

Wann kommen die Stimmen denn?

Oft treffe ich diese Stimmen im Zusammenhang mit Entscheidungen an. Sie können ganz banaler Natur sein: Wie möchte ich den Abend verbringen … und schon geht es los! Hin und her und her und hin … so banal das erscheinen mag, so Kräfteraubend kann es jedoch sein. Kennst Du das auch?

Geht es um „gefühlt“ größere Entscheidungen, gar Lebensentscheidungen, wird aus einer kurzen Zwischenanstrengung plötzlich „ein Thema“ oder „Problem“. Eines, das ich mit mir rumtrage. Bemerkbar macht es sich für mich durch das beständige Selbstgespräch meiner Gedankenstimmen. Jede der Stimmen will gehört werden und vielleicht auch Recht haben.

Stimmen hören – Entscheidungen treffen

Mir hilft es, im ersten Schritt diese Gedankenstimmen jede Stimme sprechen zu lassen, so wie ich es in einem Meeting mit anderen auch tun würde, damit es ein Ergebnis ergibt und keine unzufrieden-stellende Zusammenkunft. Es ist wichtig, dass alle wesentlichen Punkte gehört werden und es gleichzeitig nicht in sich wiederholenden Gesprächsschleifen bleiben dürfen, sonst verliert sich die Motivation und Orientierung.

  • Gedankenstimme 1 sagt: ich vermisse meine Freunde und mag sie mal wieder sehen.
  • Gedankenstimme 2 sagt: ich hatte die Tage schon genug um die Ohren
  • Gedankenstimme 3 sagt: ich weiß gar nicht wozu ich richtig Lust habe

Der Blick mit der GFK

Jede dieser Gedankenstimmen spricht. Sollten es Urteile oder Bewertungen sein, die ausgesprochen werden, lohnt es sich, diese mit den zentralen Fragen der GFK zu erkunden: Was sagt die Gedankenstimme? Wie fühle ich mich damit? Was brauche ich? Als Moderator meiner Gedankenstimmen übersetzte ich aus dem Gehörten:

  • Stimme 1 sagt : Ich brauche Verbindung
  • Stimme 2 sagt: ich brauche Erholung
  • Stimme 3 sagt: ich brauche Energie

Gibt es jetzt eine Strategie, einen Weg, der alle Bedürfnisse gemeinsam erfüllt? Manchmal liegt die Antwort direkt vor Augen. Oder aber ich bin in der Lage die Kreativität anderer zu nutzen, indem ich eine Frage formuliere wie: „Wenn Du mit aktivem Handeln zu Verbindung, Erholung und Energie kommen möchtest, was tätest Du dann?“

Natürlich gibt es Modelle oder umfangreiche Coaching-Formate, z.B. Schulz von Thun mit seinem Inneren Team oder Schwarz mit Persönlichkeitsanteilen.

Für mich ist es wichtig, dass ich mir entlang der Themen des Tages ganz direkt mit kleinen Fragen helfen kann. Die Möglichkeit dazu gibt mir die Gewaltfreie Kommunikation an die Hand. Was braucht meine Stimme in meinem Kopf? Da ich das weiß, bin ich weit weg vom verrückt sein oder werden sondern werde eher sehr klar darin, was ich für mich tun kann. 😉

ein neugieriges Lauschen wünsche ich Dir

Maike